Passive Hilfszügel:
Die gelben Pfeile auf den Grafiken zeigen den Druck bzw. den Zug den der Hilfszügel verursacht an. Sie weisen in die Richtung, in die er geht. Die roten Striche stellen den Hilfszügel dar.
Aufsatzzügel / Kopf-Haltungszügel:
(engl. Check, Overcheck)
Coming Soon.
Ausbinder / Ausbindezügel:
(engl. side reins)


Gestüt Haferkeks //
Gestüt 15 Mountains
Ausbinder sind Leder –
oder Nylongurte, die in den Gebissring und entweder in den speziellen Ring oben
am Sattel oder nahe dem Sattelblatt am Gurt befestigt werden (jeweils auf jeder
Seite einer). Beim Longieren werden die Ausbinder in den Longiergurt geschnallt
(siehe Bild 2).
Es gibt drei Ausbinder
– Varianten: die erste ist sehr starr und ganz aus Leder oder Nylon; in die
Zweite wurde ein Gummiring eingearbeitet, der den Ausbinder leicht elastisch
macht (allerdings ziehen sie mal an so einem Ring – solche Kraft entwickelt ihr
Pferd bei der Dehnung ans Gebiss nicht); und die dritte Variante, bei der ein
Großteils des Ausbinders durch Gummikordel ersetzt wurde. Diese letzte Variante
erlaubt weiche Anlehnung, verursacht jedoch auch einen gummiartigen
Jojo-Effekt. Man muss ausprobieren, welche das Pferd lieber hat..
Ausbindezügel werden
eingesetzt, um die Anlehnung zu stabilisieren, etwa an der Longe oder bei einem
Anfänger.
Sie müssen immer so
lang verschnallt werden, dass das Pferd am Ende der Ausbinder (ungedehnt) noch
nicht wirklich am Zügel geht, sondern nur den Kopf einigermaßen unten hält. Das
verhindert gleichzeitg auch, dass das Pferd zu wild wird, was für den
Reitanfänger von nutzen sein kann.
Beim Longieren ist es
möglich, nur innen einen Ausbinder einzuschnallen, allerdings fehlt hier jede
äußere Begrenzung und das Pferd könnte über die Schulter ausfallen. Besser ist
es, den inneren Ausbinder ein Loch kürzer oder den äußeren ein Loch länger zu
schnallen.
Ausbinder werden erst
eingeschnallt, wenn das Pferd ausreichend warmgeritten wurde sowie bei längeren
Schrittpausen ausgeschnallt.
Der Nachteil des
Ausbinders ist, dass der Bewegungsradius eingeschränkt ist: das Pferd kann
nicht in Dehnungshaltung gehen, zu der das Genick gestreckt werden muss, sodass
es leicht zu Verspannungen kommt. Außerdem neigen viele Pferde dazu, sich
regelrecht in den Ausbinder zu hängen, d.h. sich auf das „dritte Bein“ zu
stützen.
Bib – Martingal / Schürzenmartingal:
(engl. Bib Martingale)
Hierbei handelt es
sich um ein gewöhnliches Ringmartingal, zwischen dessen Gabel ein Stück Leder
genäht ist. So kann sich das Martingal nirgends verhaken und die Zügel können
nicht über den Kopf des Pferdes gerissen werden, was das Bib vor allem im
Rennsport beliebt macht. Allerdings muss bedacht werden, dass durch das Bib
auch ein zusätzliches Gewicht in den Zügeln hängt.
Chambon:
Das Chambon ist ein
Hilfszügel zum Longieren, der von dem französischen Kavalleristen Chambon
erfunden wurde. Bei der Konstruktion kommt ein breites Stück Leder mit zwei
Ringen an den Enden auf dem Genick des Pferdes zu liegen, durch die ein
längeres Stück Gummikordel geführt wird. Die Gummikordel wird unter dem
Pferdkopf entlang auf jeder Seit hochgeführt, durch die Ringe und dann in den
Trensenring geschnallt. In den Gummikordelbogen unter dem Pferdekopf wird ein
Stoßzügel eingeschnallt, der am Gurt zwischen den Pferdebeinen befestigt ist.
Mit diesem Hilfszügel
kann sich das Pferd beliebig weit nach unten dehnen. Nur wenn das Pferd
versucht, nach vorne heraus oder nach oben zu „entkommen“ strafft sich der
Stoßzügel und das Pferd wird mittels der Gummikordel sanft zurückgeholt, ohne
einen plötzlichen Ruck im Maul zu bekommen.
Gegen dass Chambon ist
eigentlich nichts einzuwenden; es ist ein sinnvoller Longierhilfszügel
besonders auch für junge Pferde.
Dreieckszügel / Wiener Zügel / Dreiecksausbinder /
passive Schlaufzügel:
(engl. Vienna side reins)

Dreieckszügel bestehen
aus ca. 2, 50 m langen Ledergurten, welche ähnlich wie Schlaufzügel am Gurt
befestigt werden und zwischen den Pferdebeinen hindurch nach oben durch die
Trensenringe geleitet. Von dort aus laufen sie aber nicht in die Hand des
Reiters, sondern entweder an den Ring oben am Sattel oder an den Gurt unterhalb
des Sattelblattes.
Dreieckszügel sollen
verhindern, dass das Pferd den Kopf hochwirft und dem Pferd dabei den Weg in
die Tiefe zeigen. Anlehnung findet das Pferd an den Dreieckern nicht und der
Weg nach oben bleibt verwehrt. Dafür kann sich das Pferd vorwärts abwärts
dehnen.
Dreieckszügel sind seit
kurzem groß in Mode gekommen, und eigentlich auch nichts falsches wenn sie
vorübergehend zur Korrektur eingesetzt werden. Nicht einsetzten sollte man sie
allerdings bei notorischen Kopfschlägern, auch wenn damit die Auswirkungen
abgestellt sind.
Gogue (geführt):
(engl. DeGogue)

Das Gogue wurde von
einem Kameraden Chambon’s erfunden und kann sowohl beim Reiten, als auch beim
Longieren benutzt werden. Es besteht wie das Chambon aus einem Genickstück aus
Elastikkordel, dass hier jedoch länger ist, da es anders verläuft: von einem
Stoßzügel aus führt der Elastikteil auf jeder Seite durch den Trensenring, dann
am Pferdekopf entlang nach oben zum Genickstück und von da aus wieder zurück
zum Stoßzügel. So bildet sich auf jeder Seite ein Dreieck.
Das Chambon kann zur Korrektur von sich verwerfenden Pferden benutzt werden,
ansonsten ist aber das Chambon vorzuziehen, da das Pferd nicht nach rückwärts
begrenzt wird (da die „Basis“ des Dreiecks fehlt).
Grainger Zügel:
(engl. Grainger rein)
Dies ist ein ziemlich
seltener, spezieller Hilfszügel. Er besteht aus einem Stoßzügel, der sich am
zum Pferdekopf zeigenden Ende Y – förmig teilt und in ein spezielles
Reithalfter übergeht, welches untern offen ist. Dies wirkt etwas schärfer als
der klassische Cheshire – Stoßzügel, weil sich der Nasenriemen hin und her
bewegen kann.
Halsverlängerer / (falsches) Chambon:
(engl. neck extender)

Halsverlängerer sind
vollkommen aus Elastikkordel gemacht und laufen vom Gurt aus geteilt zwischen
den Beinen hindurch nach oben und durch die Trensenringe. Von dort gehen sie
über Genick und können dort mithilfe eines Knotens oder einer Klemme verstellt
werden.
Dies soll das Pferd
dazu verleiten, den Kopf nach unten zu nehmen. Leider werden Halsverlängerer
ähnlich wie Schlaufzügel verschnallt und verlängern so den Hals nicht etwa,
sondern lassen sich das Pferd aufrollen. Das ist zwangsläufig so, wenn man
bedenkt dass das der Knick im Gummi nur durch die Trensenringe geschaffen wird
und das Pferd mit dem Ring also auf einem seichten Halbbogen nach oben und
unten gleiten kann. Ein Pferd streckt sich normalerweise aber nach vorwärts –
abwärts. Nach vorwärts müsste das Pferd beim Halsverlängerer aber richtig am
Gummi ziehen, es sei den der Halsverlängerer ist sehr lang eingestellt. Viele
Pferde drücken als Konsequenz entweder den Rücken weg und bilden einen
Schwanenhals oder rollen sich ein.
Harbridge Zügel:
(engl. French reins,
Harbridge)
Dies sind Hilfszügel, die
in Deutschland erst im Kommen sind und aus Gummi bestehen. Sie werden am
Sattelgurt befestigt, laufen zwischen den Beinen nach oben und werden dann ganz
einfach in die Trensenringe geklinkt. Es entsteht kein Druck aufs Genick,
allerdings ist die Gefahr groß, dass sich wie beim Stoßzügel bei längerem
Gebrauch ein Unterhals bildet. Das Pferd kann sich allerdings beliebig weit
abwärts bewegen, nur nicht beliebig weit nach vorne.
Harbridge Zügel
sollten mit einem doppelt gebrochenen Gebiss verwendet werden, da die
Trensenringe nahe zusammengebracht werden und ansonsten ein Nussknackereffekt
entstehen könnte.
Irisches Martingal / Brille:
(engl. irish martingale)
Das irische Martingal
ist ein simpler Hilfszügel, der hauptsächlich im Renn- und Springsport verwendet
wird. Er besteht aus einem kurzen Lederstück an dessen Enden jeweils ein Ring
angebracht ist, durch den je ein Zügel läuft. Reißt das Pferd den Kopf nun
extrem weit hoch, setzt eine leichte Umleitungswirkung (Knick in den Zügeln)
ein, da das Lederstück gegen den Hals drückt. Außerdem verhindert das irische
Martingal im Falle eines Sturzes auf der Rennbahn, dass die Zügel über den Kopf
des Pferdes gezogen werden.
Für den Dressursport
ist dieser Hilfszügel aber nicht zu verwenden, da erstens gänzlich unpraktisch
und zweitens weil er es dem Reiter nicht erlaubt, die Hand zur Seite zu führen
um dem Pferd den Weg zu Seitengängen zu zeigen.
Laufferzügel / Doppelte Ausbinderzügel:
Laufferzügel ähneln
den Dreieckszügeln und bestehen genauso aus langen Leder oder Nylongurten.
Allerdings wird der Laufferzügel an jeder Seite des Pferdes jeweils oben am
kleinen Ring des Sattels befestigt, läuft dann durch die Trensenringe und
zurück, wo er knapp unter dem Sattelblatt am Gurt befestigt wird.
Besonders geeignet ist
der Laufferzügel zu, Longieren: das Pferd kann weiter nach unten als beim
reinen Ausbinder, hat aber bessere Anlehnung als am Dreieckszügel.
Nachteil des
Laufferzügels beim Reitens ist, dass das Pferd nicht mit ausreichender Dehnung
belohnt werden kann. Hier ist der Dreieckszügel wiederum die bessere
Alternative.
Pugri:
Dieser Stoßzügel kommt
speziell bei Poloponys zum Einsatz und besteht aus weichem, leicht dehnbaren
Turban – Tuch.
Pulley – Martingal / Ringmartingal mit Umlenkrolle:
(engl. Pulley –
martingale)
Dies ist eine Variante
des Ringmartingals, das keine Gabel im eigentlichen Sinne hat. Stattdessen
endet der Riemen, der zwischen den Beinen des Pferdes hervorkommt in einem
Ring, durch den eine Kordel gezogen wurde, an der sich wiederrum Ringe befinden
(für die Zügel).
So ist mehr seitliche
Bewegung möglich, allerdings auch ein Verwerfen des Kopfes. Außerdem sollte man
nicht vergessen, dass die eine Seite zwangsläufig kürzer wird, wenn auf sie
andere Zug ausgeübt wird.
Ringmartingal / Gleitendes Ringmartingal:
(engl. Running Martingale)
Dies ist der wohl
bekannteste und am häufigsten gebrauchte Hilfszügel überhaupt. Häufig wird er
vollkommen sinnfrei eingesetzt.
Das gewöhnliche
Ringmartingal besteht aus einem Y – förmigen Riemen, der am Sattelgurt
befestigt wird und zwischen den Vorderbeinen nach oben geführt wird. An den
Enden den geteilten Enden befinden sich Ringe, durch die die Zügel geführt
werden. Zusätzlich stabilisiert wird das Martingal durch ein Lederband, dass um
den Halsansatz des Pferdes geschnallt wird.
Das Martingal muss bei
normaler Kopfhaltung des Pferdes durchhängen, d.h. darf die gerade Zügellinie
nicht durchbrechen. Bei den meisten Pferden ist die Länge richtig, wenn die Ringe
sich auf Höhe der Hüfthöcker befinden.
Zum Einsatz kommt das
Martingal erst, wenn das Pferd den Kopf hochwirft. Dann wird die Zügellinie mit
einem Knick unterbrochen, der dem Reiter weiterhin Einwirkung auf die Laden
garantiert. Der selbe Effekt würde durch eine sehr tiefe Zügelhaltung in dem
Moment erreicht werden können.
Martingalle sind
richtig verschnallt bei der Dressurarbeit also nur zusätzlicher Belast, der in
den Zügeln hängt. Beim Springen und im Gelände kann es möglicherweise gute
Dienste tun.
Ringmartingal nach Rolf Becher / D – Ring Martingal:
(engl. Rolf Becher – Running martingale)
Bei diesem Martingal
geht die Gabel nicht direkt in den unteren Gurt über, sondern wird an einen D –
Ring oberhalb des Halsriemens befestigt. So kann man die Gabel aus- oder
einschnallen, was sicherlich nicht falsch ist.
Rollausbinder:
Rollausbinder
bestehten aus einem kleinen Stück Gummikordel, dass wie eine Longierbrille
unter dem Pferdkopf von einem Trensenring zum anderen läuft und einem langen
Stück desselben Materials, das von dem Sattelgurt knapp unter em Sattelblatt
verschnallt vor der Brust des Pferdes verläuft. Beide Stücke sind mittels einer
doppelten Rolle verbunden, sodass sie gegeneinander gleiten können. Dies
erscheint sehr sinnvoll, obwohl ein unwilliges Pferd sich leichter gegen solch
einen Hilfszügel wehren kann.
Zum Longieren ist
dieser Hilfszügel aber sehr zu empfehlen.
Stoßzügel (klassische Variante) / stehendes Martingal:
(engl. standing
martingale)
Solch ein Stoßzügel
sieht ähnlich wie ein Martingal aus, dessen Riemen sich jedoch nicht geteilt
ist, sondern direkt weiterläuft und anstatt in die Zügel in das Reithalfter
eingeschnallt wird.
Korrekt verschnallt
kommt der Hilfszügel erst zur Wirkung, wenn das Pferde den Kopf hochreißt. In
dem Falle bekommt es einen Ruck auf den Nasenrücken. Der dauerhafte Gebrauch
dieser Hilfe kann allerdings zu Unterhalsbildung beim Pferd führen.
Stoßzügel
(moderne Variante) / Cheshire – Stoßzügel:
(engl. Cheshire rein,
dressage Tie - Down)
Bei dieser “Variante”
(früher waren Stoßzügel so nicht gedacht!) wird ein unelastischer Ausbinder
mittels einer Longierbrille in die Trensenringe eingehackt. Bei korrekter
Verschnallung hängt der Zügel beim gewöhnlichen Reiten durch, reißt dass Pferd
den Kopf hoch, bekommt es einen scharfen Ruck ins Maul. Auf Dauer verdirbt das
das Pferdemaul. Außerhalb sollte das Gewicht, welches auf dem Gebiss liegt
nicht unterschätzt werden. Bei längerem Gebrauch kann der Hilfszügel zu
Unterhalsbildung führen.
Stoßzügel
(moderne Variante) / Whalley’s Zügel:
(engl. Whalley’s rein,
Dressage Tie – Down)
Dies ist die heute am
meisten gebräuchlichste Variante des Stoßzügels. Ein Ausbinder mit einem
Gummiring wird wie der Cheshire Stoßzügel verschnallt, und soll den Ruck ins
Maul etwas mildern (was praktisch aber nichtig ist).
Bei dauerhaftem
Gebrauch führt auch diese Variante zu Unterhalsbildung und stumpfen Maul.
Tie – Down:
Dies ist ein dem
Grainger Zügel ähnlicher Hilfszügel aus dem Westernbedarf. Er besteht aus einem
langen Stück Leder, das am Sattelgurt befestigt wird und zwischen den
Vorderbeinen des Pferdes nach oben läuft um dort letztendlich in einem
speziellen Reithalfter zu enden, welches sehr weit ist (es hat keine Sperr –
Einschränkende Wirkung). Der Hilfszügel kommt bei korrekter Verschnallung nur
bei Kopfschlagen zum Einsatz.
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